{"id":1317,"date":"2026-01-12T13:01:53","date_gmt":"2026-01-12T13:01:53","guid":{"rendered":"https:\/\/allianzfuerdresden.de\/home\/?p=1317"},"modified":"2026-01-12T13:01:55","modified_gmt":"2026-01-12T13:01:55","slug":"transit-bilder-aus-dem-exil-und-die-bedeutung-des-alten-leipziger-bahnhofs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allianzfuerdresden.de\/home\/alter-leipziger-bahnhof\/transit-bilder-aus-dem-exil-und-die-bedeutung-des-alten-leipziger-bahnhofs\/","title":{"rendered":"\u201eTRANSIT \u2013 Bilder aus dem Exil\u201c und die Bedeutung des Alten Leipziger Bahnhofs"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit der Ausstellung \u201eTRANSIT \u2013 Bilder aus dem Exil\u201c wird seit wenigen Tagen ein zentrales und lange verdr\u00e4ngtes Kapitel Dresdner Stadtgeschichte erneut in den Blick ger\u00fcckt. Veranstaltet vom F\u00f6rderkreis Alter Leipziger Bahnhof kn\u00fcpft das Projekt unmittelbar an jenen Ort an, der wie kaum ein anderer f\u00fcr die nationalsozialistische Verfolgungsgeschichte der Stadt steht. Die Ausstellung ist vom 9. Januar bis 8. Februar 2026 im KABINETT des Zentralwerk e. V. zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alte Leipziger Bahnhof war nicht nur ein fr\u00fcher Verkehrsknotenpunkt Dresdens, sondern auch ein Ort der Entrechtung und Deportation. Von hier aus wurden zwischen 1942 und 1944 J\u00fcdinnen und Juden sowie weitere Verfolgte in Ghettos und Vernichtungslager verschleppt. Die Familiengeschichte der argentinischen K\u00fcnstlerin M\u00f3nica Laura Weiss, deren Angeh\u00f6rige 1933 aus Dresden fliehen mussten, steht exemplarisch f\u00fcr die Wege, die an diesem Ort begannen und in das Exil f\u00fchrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die k\u00fcnstlerischen Arbeiten von Weiss thematisieren Flucht, Verlust, Sprache und Identit\u00e4t im Exil. Sie machen deutlich, dass die Geschichte des Alten Leipziger Bahnhofs nicht mit dem Ende des Nationalsozialismus abgeschlossen ist, sondern sich in den Biografien der Nachfahren fortsetzt. Damit erweitert die Ausstellung die Debatte um eine k\u00fcnftige Gedenk- und Begegnungsst\u00e4tte am historischen Ort um eine internationale und generationen\u00fcbergreifende Perspektive.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Er\u00f6ffnung der Ausstellung am Donnerstag, 8. Januar 2026, war ein bewegender Auftakt. Kulturb\u00fcrgermeisterin Annekatrin Klepsch, Mitglied im Beirat Erinnerungskulturen der Landeshauptstadt Dresden, sprach ein Gru\u00dfwort. Gemeinsam mit Ekaterina Kulakova, Vorsitzende der J\u00fcdischen Gemeinde zu Dresden K.d.\u00f6.R. und des J\u00fcdischen Landesverbands Sachsen, er\u00f6ffnete sie die Ausstellung. Die Laudatio hielt die Berliner Kulturwissenschaftlerin Dr. Gabriele Knapp.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein besonderer Schwerpunkt des Er\u00f6ffnungsabends war die Urauff\u00fchrung eines Dokumentarfilms von Michel Steinberg aus Buenos Aires und Berlin, der die Fluchtgeschichte der Familie aus Dresden filmisch nachzeichnete. Die Musik des S\u00e4ngers und Gitarristen Max Loeb Garcia unterstrich die pers\u00f6nliche Dimension des Themas.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung ist donnerstags bis samstags von 16 bis 20 Uhr sowie sonntags von 15 bis 18 Uhr ge\u00f6ffnet. F\u00fchrungen f\u00fcr Gruppen und Schulklassen bieten die M\u00f6glichkeit, sich vertieft mit der Geschichte des Exils, der Rolle Dresdens und der Bedeutung des Alten Leipziger Bahnhofs auseinanderzusetzen. Gerade in einer Zeit, in der antisemitische und rassistische Positionen wieder st\u00e4rker auftreten, ist diese Auseinandersetzung von besonderer Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Veranstalter und Projekttr\u00e4ger ist der Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof e. V., gef\u00f6rdert durch die Landeshauptstadt Dresden, Amt f\u00fcr Kultur und Denkmalschutz. Kooperationspartner sind das Zentralwerk Dresden e. V. sowie die s\u00e4chsische Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus e. V.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht der Allianz f\u00fcr Dresden macht die Ausstellung deutlich, welches Potenzial im Alten Leipziger Bahnhof liegt und wie fahrl\u00e4ssig weiterhin mit diesem Ort umgegangen wird. W\u00e4hrend engagierte Initiativen Erinnerung sichtbar machen und Verantwortung \u00fcbernehmen, herrschen Stillstand, ungekl\u00e4rte Zust\u00e4ndigkeiten und fehlender Gestaltungswille sowohl seitens des Grundst\u00fcckseigent\u00fcmers als auch seitens des entsprechenden Amtes in der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Dresden. \u201eErinnerungskultur darf nicht vom Zufall oder vom Engagement Einzelner abh\u00e4ngen\u201c, Stephan Trutschler, Sprecher der Allianz f\u00fcr Dresden. \u201eWir fordern die Stadtverwaltung erneut auf, den Alten Leipziger Bahnhof dauerhaft zu sichern, die Auflagen des Denkmalschutzes konsequent durchzusetzen und endlich eine verbindliche Perspektive f\u00fcr die Entwicklung des Areals vorzulegen.\u201c Projekte wie \u201eTRANSIT \u2013 Bilder aus dem Exil\u201c zeigen, dass dieser Ort schon heute eine zentrale Rolle f\u00fcr die Dresdner Erinnerungskultur spielen kann. \u201eEs ist h\u00f6chste Zeit, dass Politik und Eigent\u00fcmer dieser Verantwortung gerecht werden\u201c, so Trutschler abschlie\u00dfend.<\/p>\n\n\n\n<p>Foto \u00a9meeco Communication Services GmbH<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Ausstellung \u201eTRANSIT \u2013 Bilder aus dem Exil\u201c wird seit wenigen Tagen ein zentrales und lange verdr\u00e4ngtes Kapitel Dresdner Stadtgeschichte erneut in den Blick ger\u00fcckt. 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